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Geschichte

Der Polenmarkt Hohenwutzen befindet sich auf dem Gelände und in den Gebäuden der ehemaligen Zellstoff- und Papierfabrik Niederwutzen, die in der Zeit 1936 bis 1938 von dem Konzern Waldhof erbaut worden ist. Über 400 Menschen sollen hier damals mit der Herstellung von Zellstoff und Papier beschäftigt gewesen sein. Seinerzeit gab es hier auch noch eine Bahnstrecke, die jedoch wie auch die damalige Oder-Brücke im Krieg zerstört worden ist.

Osinow Dolny war anfangs eine kleine slawische Fischersiedlung, welches inmitten des Überflutungsgebietes der Oder erstmals 1299 in den Geschichtsbüchern erwähnt wurde. Die Siedlung ging im Laufe der Zeit auf die Cedynier Zisterzienser über. Daraufhin siedelten sich auch Deutsche dort an. Mit weiteren Voranschreiten der Zeit und Verweltlichung des Ordens wurde der Ort Teil der Cedynier Gemeinde. Noch heute ist der Charakter mit der typischen Anordnung zu erkennen, wobei die Kirche in der Ortsmitte war und sich die Gehöfte um das Schloss herum erbaut wurden.

Die erste Brücke wurde bereits 1753 erbaut, welche nach einem Feuer 1791 neu aufgebaut werden musste. Die schöne Brücke aus Stahl wurde 1903 errichtet und verband Bad Freienwalde mit Cedynia durch eine Schmalspurbahn.

Durch einen Kampf Anfang 1945 zwischen einer SS-Fallschirmspringereinheit und der sowjetischen Armee wurde der Ort fast vollständig zerstört, während dessen die Fabrik mit ihren Gebäuden nahezu unbeschadet blieben.

 



Außer dem riesigen Schornstein des Heizkraftwerks (heute Bühne zur Oder bzw. Autohandwaschanlage), welcher 1945 gesprengt wurde, sind die meisten Gebäude erhalten geblieben. Durch die massive Bauweise der Gebäude konnten sie der schweren Schlacht um Niederwutzen standhalten, auch wenn man bis heute die Spuren der Bombeneinschläge und Granatsplitter deutlich sehen kann.

Kurzvideo mit Kampfszenen aus dem 2. Weltkrieg im Jahre 1945 in Niederwutzen (Osinow Dolny):


River Oder, 1945, Wehrmacht, COLOR WAR FILM

Nach Kriegsende sind praktisch alle Anlagen und Maschinen aus der Zellstoff- und Papierfabrik demontiert und in die Sowjetunion verbracht worden.

Lange war es danach still auf dem ehemaligen Fabrikgelände, bis nach "der Wende" der Grenzübergang wieder eröffnet wurde.



Ab 1992 kam auf dem Gelände neues Leben auf, anfänglich mit der Produktion von Weideartikeln, Schildern und kleinen Booten, bald aber bereits mit den ersten Marktständen. Stetig entwickelte sich so auf dem ehemaligen Fabrikgelände einer der größten Märkte an der deutsch/polnischen Grenze.

Am frühen Abend des 04.11.2012 kam es an einem Marktstand im Außenbereich zu einem Brand, welcher sich schnell auf den gesamten Teilbereich der Außenpassage sowie auf den östlichen Teil der Markthalle ausbreitete. So sind innerhalb weniger Stunden mehr als 300 Marktstände zum Teil vollständig zerstört worden. Rund 100 deutsche Feuerwehrleute konnten Ihre Kollegen aus Polen unterstützen, um Schlimmeres zu verhindern. Bereits im Frühjahr 2013 war der Markt wieder vollständig neu aufgebaut worden und alle Händler konnten an Ihren vorherigen Platz zurückkehren.

Am 05.07.2014 fand auf dem Polenmarkt Hohenwutzen der 1. Deutsch-polnische Integrationstag der Freiwilligen Feuerwehr statt. Insgesamt 10 Feuerwehren aus Polen und Deutschland zeigten hier Ihr Können bei verschiedenen Wettkämpfen, z.B. "Saugrohrweitwerfen" oder Slamonlaufen mit der "Alkoholbrille". Die gelungene Veranstaltung für die ganze Familie wurde mit einem großen Angebot für Kinder, verschiedenen Programmhighlights sowie einem Preisgeld von 30.000,- € für die teilnehmenden Feuerwehren abgerundet.

Aufgrund der weiterhin teils erheblichen Preis-, Lohn- und Steuervorteile gegenüber Deutschland hat Polen erhebliche Standortvorteile, sodass sich auch in Zukunft die positive Entwicklung des Polenmarkt Hohenwutzen fortsetzen wird.

 

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